Familie von
Hans und Sophie Scholl

Vom 1. Oktober 1933 an bis ins Jahr 1939 wohnte die Familie von Robert Scholl und seiner Frau Magdalena, geborene Müller, mit ihren Kindern Inge, Hans, Elisabeth, Sophie und Werner im 1. Obergeschoss. Die Familie war im Frühjahr 1932 von Ludwigsburg nach Ulm gezogen, weil sich der Vater hier als Wirtschafts- und Steuerprüfer niederlassen konnte. Sein Büro hatte er in dieser Wohnung. Den Familien Guggenheimer/Einstein half er sowohl in der NS-Zeit als auch bei der Rückführung ihres Besitzes in der Nachkriegszeit.

Als die Familie die Wohnung bezog, waren die Kinder zwischen 11 und 16 Jahre alt. Entgegen den Überzeugungen von Vater und Mutter wurden sie zunächst vom nationalsozialistischen „Aufbruch“ mitgerissen. Im Rahmen der „Hitlerjugend“ bzw. deren „Jungvolk“, das anfangs stark in den Traditionen der bündischen Jugend stand, waren sie begeisterte und begeisternde Jugendführer/innen. Um 1935 setzte ihre innere Abkehr vom NS-Staat ein. Sie führte im Zusammenhang mit einer reichsweiten „Aktion gegen bündische Umtriebe“  im Herbst 1937 zu einer ersten Verhaftung von drei Geschwistern. 1939 zog die Familie in das Haus Münsterplatz 33 um.

Als Studenten an der Münchener Universität waren Hans und Sophie Scholl eng am Aufbau und an den Aktionen der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ beteiligt. So entstanden im Mai und Juni 1942 die ersten vier „Flugblätter der Weißen Rose“, denen Ende des Jahres ein fünftes und im Februar 1943 das sechste und letzte folgten.

Bei der Verbreitung dieses Flugblattes, das vor allem die Niederlage von Stalingrad zum Inhalt hatte, wurden Hans und Sophie Scholl am
18. Februar 1943 im Lichthof der Universität verhaftet. Am 22. Februar wurden sie vom so genannten „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag hingerichtet.

Robert Scholl war von Juni 1945 bis 1948 Oberbürgermeister von Ulm; Inge Scholl leitete von 1946 bis 1974 die Ulmer Volkshochschule.

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Bild links - Hans Scholl um 1940 (22. September 1918 – 22. Februar 1943).
Bild rechts - Sophie Scholl um 1941 (9. Mai 1921 – 22. Februar 1943).

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